Fraunhofers Wasserzeichen
Ich erinnere mich gut, wie wir im vergangen Jahr bei Holtzbrinck über das digitale Wasserzeichen als präferierte Art des Schutzes von E-Books diskutiert haben. Mittlerweile ist dieser Schutz weiter verbreitet als man denkt und die Technik dahinter ist spannend und ziemlich potent. Martin Steinebach, Head of Department Information Assurance am Fraunhofer Institute for Secure Information Technology, hat das gestern ziemlich gut bei einem Vortrag in Berlin erklärt. Und das Fraunhofer gerade in diesem Bereich keine Klitsche ist, dürfte bekannt sein.
Das digitale Wasserzeichen ist eine möglichst unsichtbare Modifikation einer Datei. Die Modifikation ist einzigartig und über einen Schlüssel und die Datenbank dem Käufer zuzuordnen, für den sie individuell erstellt wurde. Einfaches Beispiel: ich muss den Umbruch eines noch nicht erschienenen Buches als pdf an 5 Journalisten schicken und will mich davor schützen, dass es plötzlich im Netz auftaucht und keiner will's gewesen sein. Sagen wir das Buch hat auf der ersten Seite ein Logo in Rot. Nun nehme ich mir das Logo und färbe den Pixel mit den Koordinaten <38. Pixel von links>, <77. Pixel von oben> einen Tick dunkler. Diese Koordinaten schreibe ich mir auf und daneben den Namen des Journalisten. Der nächste kriegt andere Koordinaten und damit habe ich eine Schlüsselliste und kann das pdf im Nachhinein eindeutig zuordnen. Und die Modifikation ist das Wasserzeichen. Klar, das geht viel raffinierter und natürlich auch automatisiert. Bei Fotos und Musik natürlich viel einfacher als bei Strichzeichnungen, da kann man das Wasserzeichen nicht so gut verstecken. Vier Mann arbeiten beim Fraunhofer Institut an der stetigen Verbesserung dieser Methoden für verschiedene digitale Formate. Kunden des Instituts finden sich vor allem auch im B2B-Bereich, wenngleich für Musik, Bücher und Filme natürlich auch der Massenmarkt interessant ist. Probleme sieht Steinebach beim Thema Datenschutz und wenn das digitale Gut wiederverkauft werden soll. Dennoch halte ich das nach wie vor den besten Kopierschutz, viel besser als DRM, den es ja z.B. über Blue Ray nach wie vor gibt. Auch aus diesem Grund: Das Wasserzeichen macht im Gegensatz zum DRM aus dem Nutzer nicht einen potentiellen Verbrecher, sondern nur die aufspürbar, bei denen wirklich etwas schief gelaufen ist.
Nachtrag: In einem Interview von 2007 erzählte Herr Steinebach übrigens schon ähnliches : )

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