Verlage müssen Dienstleister sein
Robin Meyer-Lucht hat bei Carta kürzlich auf ein Video hingewiesen, in dem SZ-Chefredakteur Hans Werner Kilz über den Verlag als Dienstleister spekuliert. Ein enorm spannendes Thema, der Schlussfolgerung, "Das wäre in der Tat ein Treppenwitz – wenn der beraterkrittelnde Qualitätsjournalismus plötzlich selbst eine Beraterzukunft für sich entdecken würde." kann ich mich jedoch nicht anschließen. Hier zunächst das Video:
Zunächst ist nicht Verlag gleich Verlag. Ein Buchverlag etwa produziert keinen Content, sondern stellt "nur" Herstellungsdienstleistung, Vertriebsdienstleistung, Marketingdienstleistung etc. zur Verfügung. Eine Zeitung produziert zwar auch Content, aber hat darüber Hinaus alle Abteilungen, die für Produktion und Distribution nötig sind. Ein gut aufgestellter Verlag sollte das auch im digitalen Bereich haben. Aus dem Drucker wird der Programmierer und ob ich in meiner Druckerei auch andere Produkte drucke oder meine Entwickler andere Produkte entwickeln lasse bleibt sich gleich. Beim Journalist mag das ein wenig anders und weitaus komplexer sein, aber festzuhalten ist, dass der Journalist als Experte natürlich einen zusätzlichen Marktwert besitzt. Es muss natürlich ausgewogen bleiben. Wenn der Journalist aufhört Journalist zu sein sinkt sein Wert als Experte und er wird zum PR-Schreiber o.a.. Aber der Verlag ist als "Publisher" immer auch Mittler und Dienstleister und der Journalist Teil seines Portfolios.
